Inhalt

Illusion

Oper für Kinder- und Jugendliche und einem Gitarrenensemble
(ca. 70 Darsteller und Musiker, Dauer ca. 90 Minuten)

Fragestellung

In einer Gesellschaft, in der Heerscharen an Marketingstrategen damit beschäftigt sind, die Wünsche, Sehnsüchte und Ansichten jedes Einzelnen dahin umzulenken, ihre Produkte und Dienstleistungen zu kaufen und sich einem übermächtigen Wirtschaftskreislauf unterzuordnen, muss sich jeder fragen, inwieweit seine Gedanken und Wünsche, ja sogar sein ganzes Leben nur eine Illusion ist, die von anderen gelenkt wird.

Wenn unsere Köpfe nicht mehr frei sind unseren ureigensten Bedürfnissen zu folgen, wird auch der Begriff der Freiheit relativiert. Ist Freisein überhaupt möglich, wenn wir nicht mehr in der Lage sind, wahrhaft frei zu denken?

Inhalt

Frank Kowalski wird zum Abteilungsleiter der Deutschen Entertainment AG gerufen. Es sind schwere Zeiten für das Unternehmen hereingebrochen, die Absatzzahlen sind gesunken, der Chef ist gerade im Urlaub und alles läuft aus dem Ruder. Der kleine Angestellte Frank soll es richten. Er erhält den Auftrag, ein noch nie dagewesenes Produkt – die ultimative Illusion – zu finden, die jeden in ihren Bann zieht. Sie soll alle Sehnsüchte der Menschen derart in sich vereinen, dass niemand sich ihr entziehen kann.

Gezwungenermaßen macht Frank sich auf den Weg, diese kaum lösbare Aufgabe zu bewältigen. Quasi hinausgeworfen aus dem Paradies, landet er in der kargen Realität. Wie ihm, geht es vielen anderen menschen auch. Sie suchen Halt, suchen einen Sinn. Frank begegnen zu Figuren gegossene Ideen, die Meilensteine der Entwicklung der Menschheit darstellen: die Religion („Vertreibung aus dem Paradies“) der die Diktatur folgt (“ der starke Mann“). Aus ihr erwachsen die Idee von Sicherheit( “Du bist mein”) und Entertainment („Entertainment“) als Nebenarme der Demokratie ( Song ). Franks Weg führt ihn immer weiter hinein in die Entwicklung der Technologie ( Maschinensong ) und seine Suche nach dem nie dagewesenen Produkt gipfelt in der Medizin, als ihm Ärzte begegnen, die Pillen für das Glück im Gepäck haben. Völlig überfordert mit seiner Aufgabe greift Frank zu einer Überdosis Glückspillen. Er landet im Jenseits umgeben von einem Engelschor, der von der Relativität des Lebens und der Freiheit singt („Einerlei“)

Unsanft wird Frank ins Leben zurückgeholt und erwacht im Krankenhaus, umgeben von seiner Familie. Trotz großer Anteilnahme kann niemand verstehen, warum es so weit mit ihm kommen konnte. Sein Vorgesetzter taucht unerwartet auf und fordert unerbittlich das Ergebnis des Auftrags. Nun erst erkennt Frank, dass er nicht nach der perfekten Illusion suchen muss, sondern nach seiner eigenen Wahrhaftigkeit („Sehnsucht“) und („Finale“)